Air Berlin und die Brötchen

Bis 2009 gab Air Berlin auf der Route Barcelona – Palma de Mallorca Brötchen an alle Fluggäste aus. Die Brötchen waren eigentlich nichts Besonderes – einfach nur eine Schrippe mit etwas Butter und ein paar Stücken Wurst drauf. Dazu gab es eine kleine Flasche Wasser in einer Tüte. Aber das hörte irgendwann auf und die Brötchen wurden durch ungesunde, fette Kekse mit künstlichen Geschmack ersetzt.
Bis dahin ist unsere Familie immer gerne mit Air Berlin geflogen, auch wenn es im Vergleich zu anderen Fluggesellschaften etwas teurer war. Ab diesem Augenblick aber merkten wir dann, dass es sich nicht mehr so richtig lohnte, mit Air Berlin zu fliegen und so buchen wir jetzt beim billigsten Anbieter. Schade drum.

Air Berlin und das Mysterium der schwindenden Ensaimada

Obwohl die Geschichte schon ungefähr zwei Jahre zurück liegt, möchte ich sie nun doch zum Besten geben, unter anderem, weil mich die Erinnerung daran immer dann wieder überkommt, wenn ich mit ein paar Ensaimadas von Mallorca nach Barcelona fliege und dabei die Flieger von Air Berlin sehe.

Zunächst aber ein Foto für die Leser, die noch keine Ensaimada probiert haben, ein traditionelles Süssgebäck, das auf Mallorca zum Milchkaffee gegessen wird.

Eine mallorquinische Ensaimada
Eine grosse Ensaimada für die Familie

Wie schon angedeutet, ging es vor geraumer Zeit mal wieder von Mallorca, wo wir ein paar Tage der Ruhe verbracht hatten, nach Barcelona. Wir flogen in der Familienkombination zwei plus zwei mit Air Berlin (damals gab es noch die belegten Brötchen an Bord, ein guter Grund, mit AB zu fliegen), und die Kinder hatten uns gebeten, für die Schule eine grosse Ensaimada mitzubringen – die wollten sie am nächsten Tag ihren Schulkameraden nachmittags servieren. Wir bestellten also eine recht grosse Ensaimada beim Bäcker in San Lorenzo. Dort sind die Ensaimadas besonders gut, vor allem, wenn man das Glück hat, dass sie nicht zu gut durchgebacken sind, sondern noch ein klein wenig hell (so halten sie übrigens auch einen Tag länger). Die Ensaimada war so gross, dass ich vorschlug, sie am Schalter von Air Berlin aufzugeben, und da wir damals auch noch mit Koffern reisten, müssten wir ja auch nicht länger darauf warten als auf den Rest des Gepäcks. Wir gaben das Gebäck zusammen mit den Koffern auf, wie viele andere Mallorcareisende auch.

Nach der Landung in Barcelona warteten wir dann am Gepäckband auf Koffer und Ensaimada. Die Koffer kamen, die Ensaimada brauchte leider länger. Viel länger. Als sie schliesslich kam, entdeckten wir, dass der Karton an einer Seite aufgerissen war. Zunächst dachten wir, dass das Gebck einfach nur eingedrückt worden sei. Doch es sah komisch aus, und als wir durch das grosszügige Loch hereinschauten, mussten wir zu unserer Verwunderung feststellen, dass ein Teil de Ensaimada fehlte! Da hatte sich jemand selber bedient!

Wir gingen zum Informationsschalter von Air Berlin und nach längerer Wartezeit durften wir schliesslich die Geschichte erzählen. Dabei mussten wir die Ensaimada zeigen und ihr verständlich machen, was uns eigentlich störte. Und obwohl die Dame kein besonderes Interesse an der Reklamation zeigte, verwunderte und überraschte uns die Antwort der Angestellten von Air Berlin dann doch: die Fluggesellschaft übernehme keine Verantwortung für von ihr transportierten Lebensmittel, wie in kleiner Schrift auf dem Ticket beschrieben sei. Obwohl ich zu erklären versuchte, dass ein Unterschied zwischen einer zerbrochenen Flasche Wein oder einem zerquetschten Stück Käse und einer ANGEGESSENEN Ensaimada bestünde, blieb die Air Berlin Frau hart und weigerte sich, die Beschwerde anzunehmen. Weitere Schritte zu unternehmen schien uns dann doch übertrieben. Seitdem jedoch (und auch weil es keine belegten Brötchen mehr gibt) zählt Air Berlin nicht mehr zu unseren favorisierten Airlines.