Der Club Maritimo in der Colonial de Sant Pere

Der Club Maritimo liegt, wie es sich für einen anständigen Segelclub gehört, direkt am Sporthafen von der Colonia de San Pedro, dem Küstengebiet von Arta, das an Can Picafort grenzt. Der Club hat einen Haupteingang hinter dem Paseo Maritimo, vor dem auch genügend Parkplätze vorhanden sind, und einen Nebeneingang, der direkt runter zum weg am Meer und zum Hafen führt. Hier trifft man sich hauptsächlich nachmittags zum Kaffee bei unaufdringlicher Cocktailbarmusik oder auch abends zum Essen. Dabei ist der Kaffee südländisch gut, und eine kleinere Auswahl an Kuchen hilft, den kleine Hunger zu überbrücken. Zum Abendessen ist zu sagen, dass es je nach Jahreszeit qualitativen Schwankungen unterliegt.

 

Forn de la Vila, Barcelona

Das Café de la Vila, was auf Katalanisch soviel bedeutet wie das Café der Stadt, befindet sich im ruhigen Sarrià, dem 1920 von Barcelona einverleibten Dorf, in dem betuchte katalanische Industrielle ihre Sommerresidenz hatten.
Von dem damaligen Reichtum sind noch einige Beispiele zu sehen, und auch der ländliche Charakter dieses begehrten Teils der Stadt ist klar erkennbar, wenn man nach einem kurzen Spaziergang an die Grenzen der Stadt am grünen Gebirge von Collserola stößt.
Das Café hingegen befindet sich an einem kleinen beschaulichen Platz, der vom ehemaligen Rathaus beherrscht wird. Die Lage ist malerisch, leider jedoch ist vom Café nur die Terrasse zu empfehlen, das das Interieur Indexierung und sogar etwas abschreckend ist. Der Kaffee ist ordentlich, die belegten Brötchen sollte man sich vorher an der Theke aussuchen, und auf Croissants oder Ähnliches ist gänzlich zu verzichten, da alles tiefgekühlt und gefühlt zu trocken ist. Aber ein Sitz am Tisch auf dem Platz entschädigt. Nachmittags ab 5 wird es laut, wenn die Kleinkinder aus der Schule kommen und wild spielen, aber ein Sonntagmorgen ist hier eine Wonne.

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Das Café Playa an der Costa de los Pinos

An dem kleinen aber schönen Strand der Costa de los Pinos, ganz in der Nähe von dem Dorf Son Servera, befindet sich direkt am Strand und nur 20 m vom Meer entfernt die Strandbar Playa. Dieses unprätentiöse Restaurant, ganz in Weiß gehalten, ist ständig voll besetzt. Gefühl für das Restaurant von einem Italiener mit umfangreichen Bauch der sich liebevoll und teils überschwänglich um seine teils ausländischen, teils mallorquinischen Gäste kümmert. Das Essen ist einfach gehalten, die Qualität jedoch sehr gut. Es gibt vollständige Sandwiches, Käse- und Schinkenplatten, gegrillten Fisch und gegrilltes Fleisch, und nachmittags auch Mandelkuchen mit Mandeleis und Sahnehaube, und ausgezeichneten Kaffee. Lieben lernt man das Lokal wegen der Stimmung. Die Mischung aus spanischen Gästen und Deutschen Ferienhausbewohnern ist locker leicht und lustig. Zusammengehalten wird diese Mischung aus Öl und Wasser vom Wirt und seiner englischen Frau. Die Bar ist einen Besuch wert.

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Ensaimada mit Aprikosen gefällig oder mit Wurst?

Das mallorquinische Gebäck Ensaimada kommt traditionell in einer einfachen Variante vor: ein hauchdünn gezogener Teig (vielleicht 2 mal 1 Meter Fläche und so dünn, dass er an einigen Stellen reisst, und fast überall durchsichtig ist) wird zusammengerollt, mit Schmalz bestrichen und dann spiralförmig zusammengelegt. Das Schweineschmalz ist hier, vergleichbar mit der Butter beim Blätterteig, das Triebmittel, denn für den Teig werden keine Hefe und kein Backpulver verwendet. Je länger die ursprüngliche Teigrolle, desto grösser wird die Ensaimada (in Barcelona auch liebevoll Ensiamada genannt), die vor dem Verzehr noch mit Puderzucker bestäubt wird.
Bei der fertigen Ensaimada sammelt sich das Schmalz unter dem Gebäck; ist die Ensaimada unten nicht etwas fettig, wurde sie entweder sehr perfekt zubereitet, oder nicht mit den traditionellen Zutaten und Methoden (die eigentlich eine maschinelle Produktion auschliessen).
Mit der Zeit hat sich die Ensaimada aber weiterentwickelt und verschiedenen Geschmäckern und Situationen angepasst. Es gibt sie hauptsächlich in süsser Form, aber auch salzige Zutaten (wie die mallorquinische Wurst Sobrasada) finden Verwendung.
Neben der einfachen Variante (lisa oder „flach“) gibt es Ensaimadas mit Pudding, Schlagsahne oder Rübenmarmelade (dafür wird die Ensaimada wie ein Brötchen aufgeschnitten und gefüllt). Mir persönlich liegt die Ensaimada mit Aprikosen besonders am Herzen, sie hält notfalls auch zwei, drei Tage und ist sehr erfrischend im Geschmack; nicht so sehr liebe ich die Ensaimada mit Aprikosen und Sobrasada (die mallorquinische Paprikawurst ist zwar optisch ein Hingucker, die roten Wurstflecken stellen einen herrlichen Kontrast zu den gelben Aprilosen dar), da die Wurst doch sehr intensiv im Geschmack ist.
Weitere Ensaimadavariationen gibt es je nach Ortschaft und Vorlieben des jeweiligen Bäckers. Aber wo bekommt man nun die beste Ensaimada?
Grundsätzlich gilt: am Flughafen nicht. Gute Anlaufpunkte sind normalerweise die kleinen Bäckereien in den kleinen Gassen in den kleineren Dörfern, und jene Bäckereien, die nicht zu protzig aufgemacht sind und zusätzlich zu Backwaren auch noch eine kleine Auswahl anderer Lebensmittel verkaufen, in der Art eines Spätkaufes. Vermeiden Sie Supermärkte, Läden and Strandpromenaden und in den teureren Einkaufszonen. Kaufen Sie eventuell vorher eine kleine Ensaimada im Laden (wie die, die oft auch zum Frühstückskaffee gereicht werden) und probieren Sie sie, bevor Sie sich für eine grosse Ensaimada entscheiden.
Wenn Sie in der Nähe von Arta (Artà) untergebracht sind, vieleicht sogar im Ferienhaus Alzinar der Familie Strunk kann ich die Ensaimadas von Can Matamalas in Arta empfehlen. In San Lorenzo, wenn man statt der Umgehungsstrasse die alte Landstrasse Palma-Arta nimmt, die direkt durch das Dorf fährt, sieht man an einer Strassenecke eine kleine unscheinbare Bäckerei, deren Name mir unbekannt ist, die aber ausgezeichnete ensaimadas verkauft.

Ensaimadas werden übrigens nach Gewicht verkauft. Ein halbes Kilo reicht vollkommen als Kuchenbeilage für den Nachmittagskaffee für zwischen 4 und 6 Personen.

Und da eine gute Ensaimada auch relativ schnell austrocknet und in dieser Form eher ungeniessbar ist, wird das trockene Gebäck zur Zubereizung von süssen, hauptsächlich puddingartigen Nachspeisen verwendet. Aber das ist dann eine andere Geschichte.