Die Bar Tomas

Die Bar Tomás ist  eine der ältesten Bars von Sarrià und wohl auch von Barcelona. Und das überrascht um so mehr, als Tomás ja eigentlich nur ein Gericht anbietet – die Patatas Bravas, dicke frittierte Kartoffelstücke mit  Knoblauchmayonnaise und scharfem Paprikaöl. Mittlerweile gibt es auch ein paar andere Tapas, z. B. Thunfisch oder Trockenwurst oder Oliven, die aber alle insgesamt nur als Beilage dienen. Zu den Bravas trinkt man Bier, eventuell auch ein Glas Wein, die jüngeren eine Cola oder Fanta.

Der Charme vom Tomás ergibt sich aus der Kombination,  Einrichtung und Personal und Gästen.  Bis vor Kurzem waren Einrichtung und Personal noch die selben wie vor einem halben Jahrhundert, mittlerweile gibt es neues Personal, und das ist klar erkennbar. Da die Bravas sich aber nicht geändert haben, ist das Publikum auch noch das gleiche – Einzelpersonen vor den Stosszeiten, Paare, Familien und Gruppen danach. Alles Menschen aus der Umgebung, die sich dort auf ein paar Bravas treffen.

Das Festival Música Mallorca

Jeden Herbst findet in Palma de Mallorca das Festival Música Mallorca statt, dieses Jahr zwischen dem 8. Oktober und dem 6. November 2011 unter dem künstlerischen Direktor Toyo Masanori Tanaka. Spielstätten sind das Teatre Principal in Palma de Mallorca und das Caixa Forum, ebenfalls in der Hauptstadt der Baleareninseln. Das Teatre Principal hat sich auf kulturelle Veranstaltungen des Typs Theater und Musik spezialisiert, das Caixaforum (dessen grosser Bruder in Barcelona wahrlich beeindruckend ist) auf Musik und Vorträge. Hinzu kommt noch die Iglesia dels Sagrats Cors de Palma. Das vollständige Programm lässt sich hier herunterladen. Da die Konzerte am späten Nachmittag und abends stattfinden, lohnt es sich, nicht in Palma eine Unterkunft zu buchen, sondern ein ruhiges Haus auf dem Land.

Die Buchbox im Boxhagener Kiez

Auf der Grünberger Strasse, fast schon am Boxhagener Platz, wird es plötzlich eng auf dem Bürgersteig. Große Buchboxen voller Sonderangeboten, von Diogenes, von Piper, füllen die Kisten. Ständer mit Postkarten zum Thema Berlin, Friedrichshain, Streetart und Film zwingen Radfahrer zum Absteigen, Fussgänger zum höflichen Vorbeilassen. Logisch ist die Enge auf der Strasse, denn die Buchbox der Grünberger Strasse hat es in sich und schickt einen Grossteil davon zu Öffnungszeiten auf die Strasse.
Dazu gehört eine gute Portion an aktuellen Stadtführern sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache (was auch unseren unvorbereiteten Gästen der Ferienwohnungen Am Boxi gut aus der Klemme hilft), viel aktuelle und aktuellste Literatur aus Deutschland und dem angloamerikanischen Sprachraum und zudem eine Ecke mit schönen Texten für Kinder und Jugendliche. Zum Anfanng des Schuljahres kommen dann ebenfalls noch die Schulbücher hinzu. Die werden aber, wie jedes andere im berliner Zentrallager vorhandene Buch, in weniger als 24 Stunden herbeigeschafft – da kommt selbst Amazon nicht mit.
Aber für die Verantwortlichen der Buchbox ist das noch lange nicht alles. Hinzu kommt eine Kundenkarte, mit der man nach 10 gekauften Büchern 1 Buch kostenlos bekommt. Und die zahlreichen Lesungen mit neuen und aktuellen Autoren, die an der Fotowand verewigt sind und sich gerne und ausführlich mit den Zuhörern unterhalten.
Die Buchbox, eine freundliche Kiezbuchhandlung fast direkt am Boxhagener Platz, die wir allen gerne empfehlen.

Air Berlin und das Mysterium der schwindenden Ensaimada

Obwohl die Geschichte schon ungefähr zwei Jahre zurück liegt, möchte ich sie nun doch zum Besten geben, unter anderem, weil mich die Erinnerung daran immer dann wieder überkommt, wenn ich mit ein paar Ensaimadas von Mallorca nach Barcelona fliege und dabei die Flieger von Air Berlin sehe.

Zunächst aber ein Foto für die Leser, die noch keine Ensaimada probiert haben, ein traditionelles Süssgebäck, das auf Mallorca zum Milchkaffee gegessen wird.

Eine mallorquinische Ensaimada
Eine grosse Ensaimada für die Familie

Wie schon angedeutet, ging es vor geraumer Zeit mal wieder von Mallorca, wo wir ein paar Tage der Ruhe verbracht hatten, nach Barcelona. Wir flogen in der Familienkombination zwei plus zwei mit Air Berlin (damals gab es noch die belegten Brötchen an Bord, ein guter Grund, mit AB zu fliegen), und die Kinder hatten uns gebeten, für die Schule eine grosse Ensaimada mitzubringen – die wollten sie am nächsten Tag ihren Schulkameraden nachmittags servieren. Wir bestellten also eine recht grosse Ensaimada beim Bäcker in San Lorenzo. Dort sind die Ensaimadas besonders gut, vor allem, wenn man das Glück hat, dass sie nicht zu gut durchgebacken sind, sondern noch ein klein wenig hell (so halten sie übrigens auch einen Tag länger). Die Ensaimada war so gross, dass ich vorschlug, sie am Schalter von Air Berlin aufzugeben, und da wir damals auch noch mit Koffern reisten, müssten wir ja auch nicht länger darauf warten als auf den Rest des Gepäcks. Wir gaben das Gebäck zusammen mit den Koffern auf, wie viele andere Mallorcareisende auch.

Nach der Landung in Barcelona warteten wir dann am Gepäckband auf Koffer und Ensaimada. Die Koffer kamen, die Ensaimada brauchte leider länger. Viel länger. Als sie schliesslich kam, entdeckten wir, dass der Karton an einer Seite aufgerissen war. Zunächst dachten wir, dass das Gebck einfach nur eingedrückt worden sei. Doch es sah komisch aus, und als wir durch das grosszügige Loch hereinschauten, mussten wir zu unserer Verwunderung feststellen, dass ein Teil de Ensaimada fehlte! Da hatte sich jemand selber bedient!

Wir gingen zum Informationsschalter von Air Berlin und nach längerer Wartezeit durften wir schliesslich die Geschichte erzählen. Dabei mussten wir die Ensaimada zeigen und ihr verständlich machen, was uns eigentlich störte. Und obwohl die Dame kein besonderes Interesse an der Reklamation zeigte, verwunderte und überraschte uns die Antwort der Angestellten von Air Berlin dann doch: die Fluggesellschaft übernehme keine Verantwortung für von ihr transportierten Lebensmittel, wie in kleiner Schrift auf dem Ticket beschrieben sei. Obwohl ich zu erklären versuchte, dass ein Unterschied zwischen einer zerbrochenen Flasche Wein oder einem zerquetschten Stück Käse und einer ANGEGESSENEN Ensaimada bestünde, blieb die Air Berlin Frau hart und weigerte sich, die Beschwerde anzunehmen. Weitere Schritte zu unternehmen schien uns dann doch übertrieben. Seitdem jedoch (und auch weil es keine belegten Brötchen mehr gibt) zählt Air Berlin nicht mehr zu unseren favorisierten Airlines.

Weihnachten in Berlin

Weihnachten ist in den meisten Großstädten etwas ganz besonderes. Es ändert sich die Beleuchtung von Strassen und Schaufenstern und die Menschenmassen, die sich abends durch die Einkaufsstrassen bewegen, haben auch ganz andere Eigenschaften als sonst. Einerseits geht das Gehetzte normaler Arbeitstage unter, die Menschen sind auf der Suche nach Geschenken und schlendern mehr als zu gehen. Es ist kein klares Ziel vorgegeben, und das äussert sich in der körperlichen Bewegung. Auch scheint alles etwas leiser zu sein, obwohl teilweise von Musik begleitet. Insgesamt ergibt sich oft ein etwas gespenstischer aber zugleich anziehender Eindruck.
Dies ist vielleicht der Eindruck, der vielen Städten gemeinsam ist. Daneben hat aber jede Stadt ihren eigenen Weihnachtscharakter. Berlin ist da keine Ausnahme.
In Berlin (wie in den meisten deutschen Städten) überwiegt der Charakter der Weihnachtsmarktes. Hier aber noch angereichert durch die vielen Gäste, die zu dieser Jahreszeit die Stadt besuchen.
Der bedeutendste Weihnachtsmarkt ist der vom Alexanderplatz, der sich über die Freifläche vor und hinter der Galeria Kaufhof bis hin zum Roten Rathaus erstreckt. Ein Besuch dort lohnt sich, dauert aber auch ein paar Stunden.
Und wenn Sie noch eine Wohnung suchen, versuchen Sie es doch auch einmal in Friedrichshain. Die Ferienwohnungen Am Boxi haben immer interessante Angebote.

Boxi-Kiosk

Der Boxi Kiosk direkt an der Ecke Grünberger Strasse – Gärtnerstrasse versorgt Spaetkaeufer mit vielen Dingen, leider jedoch nicht mit allem, was man sich wuenschen koennte. Der Hauptakzent liegt auf Bier (Sie finden hier alle wichtigen Berliner Biere und zudem noch eine gute Auswahl nationaler und internationaler Brauereien), der Nebenakzent auf Wein. Ein paar Spirituosen sind auch dabei. In einem Nebenraum findet man dann noch Lebensmittel aus dem bekannten LIDL- und Aldisortiment: Plätzchen, Kartoffelchips, Grundnahrungsmittel wie Reise und Nudeln, Säfte, Joghurt, Butter, Wasser, Toilettenpapier. Das wars dann aber auch schon.
Die Preise liegen so 5 bis 10 Prozent über denen der Konkurrenz in den Nebenstraßen. Dafür lohnt es sich schon mal, 20 Schritte weiter zu gehen, was aber nur wenige tun. Wer’s hat, der hat’s. Ist ja auch schön und angenehm im Boxi Kiosk, und die Öffnungszeiten überbietet so leicht keiner.

Wie stellt man Hitler aus?

Der britische Anthropologe Daniel Miller stellt in seinem Buch „Der Trost der Dinge“ Menschen anhand der Objekte, die sie umgeben, vor. Der Mensch, der sich scheut, von sich selber zu sprechen, öffnet sich, nach seinem Hund befragt oder seinen Lieblingbüchern oder seinem neuen Handy. Durch diese Objekte definiert er sich und findet zu sich selbst.
Einen vergleicghbaren Ansatz wählt der Kurator der Ausstellung „Hitler und die Deutschen. Volksgemeinschaft und Verbrechen“, die derzeit im Deutschen Historischen Museum in Berlin gezeigt wird und noch bis zum 6. Februar 2011 zu sehen ist. Auf die Frage nach Hitler wird mit Objekten geantwortet, die einerseits den Personenkult widerspiegel, andererseits aber auch tief in das Leben der Menschen damals greifen. Spielkarten mit seinem Bild wurden in nicht nbur von Soldaten, sondern auch Familien benutzt und lassen uns so erkennen, welches alltägliche Gewicht Hitler in der Gesellsachaft hatte. Es ist als ob wir in Zukunft auf die Fussballweltmeisterschaft in Südafrika anhand der damit verbundenen Werbeobjekte zurückschauten -wobei Werbung damals nicht vergleichbar ist mit Werbung heute- und dementsprechend die Vielfalt der Objekte angsterzeugend erkennen lässt, dass Hitler wohl doch gesellschaftlich tiefer verankert war als uns lieb ist.

Schachtournier Festes de Sarria, Barcelona

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Zu dem jährlichen Volksfest Festes de Sarria findet auf der Hauptstrasse immer ein kleines Schachtournier statt. Viele Teilnehmer sind es nicht – ich glaube, maximal 16 gezählt zu haben -, dafür sind sie aber um so leidenschaftlicher dabei. Es sind auch keine professionellen Spieler: die meisten kommen von hier. Aber da man sich im Laufe des Jahres kennenlernt, wird das ganze eher zu einem angenehmen Familientreffen. Teilnehmen kann übrigens jeder, die Regeln sollte man aber schon kennen.

Pierre Solages

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Ausstellung Pierre Soulages im prestigiösen Gropius Bau von Anfang Oktober 2010 bis Mitte Januar 2011