Die Bar Tomas

Die Bar Tomás ist  eine der ältesten Bars von Sarrià und wohl auch von Barcelona. Und das überrascht um so mehr, als Tomás ja eigentlich nur ein Gericht anbietet – die Patatas Bravas, dicke frittierte Kartoffelstücke mit  Knoblauchmayonnaise und scharfem Paprikaöl. Mittlerweile gibt es auch ein paar andere Tapas, z. B. Thunfisch oder Trockenwurst oder Oliven, die aber alle insgesamt nur als Beilage dienen. Zu den Bravas trinkt man Bier, eventuell auch ein Glas Wein, die jüngeren eine Cola oder Fanta.

Der Charme vom Tomás ergibt sich aus der Kombination,  Einrichtung und Personal und Gästen.  Bis vor Kurzem waren Einrichtung und Personal noch die selben wie vor einem halben Jahrhundert, mittlerweile gibt es neues Personal, und das ist klar erkennbar. Da die Bravas sich aber nicht geändert haben, ist das Publikum auch noch das gleiche – Einzelpersonen vor den Stosszeiten, Paare, Familien und Gruppen danach. Alles Menschen aus der Umgebung, die sich dort auf ein paar Bravas treffen.

Forn de la Vila, Barcelona

Das Café de la Vila, was auf Katalanisch soviel bedeutet wie das Café der Stadt, befindet sich im ruhigen Sarrià, dem 1920 von Barcelona einverleibten Dorf, in dem betuchte katalanische Industrielle ihre Sommerresidenz hatten.
Von dem damaligen Reichtum sind noch einige Beispiele zu sehen, und auch der ländliche Charakter dieses begehrten Teils der Stadt ist klar erkennbar, wenn man nach einem kurzen Spaziergang an die Grenzen der Stadt am grünen Gebirge von Collserola stößt.
Das Café hingegen befindet sich an einem kleinen beschaulichen Platz, der vom ehemaligen Rathaus beherrscht wird. Die Lage ist malerisch, leider jedoch ist vom Café nur die Terrasse zu empfehlen, das das Interieur Indexierung und sogar etwas abschreckend ist. Der Kaffee ist ordentlich, die belegten Brötchen sollte man sich vorher an der Theke aussuchen, und auf Croissants oder Ähnliches ist gänzlich zu verzichten, da alles tiefgekühlt und gefühlt zu trocken ist. Aber ein Sitz am Tisch auf dem Platz entschädigt. Nachmittags ab 5 wird es laut, wenn die Kleinkinder aus der Schule kommen und wild spielen, aber ein Sonntagmorgen ist hier eine Wonne.

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Air Berlin und die Brötchen

Bis 2009 gab Air Berlin auf der Route Barcelona – Palma de Mallorca Brötchen an alle Fluggäste aus. Die Brötchen waren eigentlich nichts Besonderes – einfach nur eine Schrippe mit etwas Butter und ein paar Stücken Wurst drauf. Dazu gab es eine kleine Flasche Wasser in einer Tüte. Aber das hörte irgendwann auf und die Brötchen wurden durch ungesunde, fette Kekse mit künstlichen Geschmack ersetzt.
Bis dahin ist unsere Familie immer gerne mit Air Berlin geflogen, auch wenn es im Vergleich zu anderen Fluggesellschaften etwas teurer war. Ab diesem Augenblick aber merkten wir dann, dass es sich nicht mehr so richtig lohnte, mit Air Berlin zu fliegen und so buchen wir jetzt beim billigsten Anbieter. Schade drum.

Mit dem Flughafenbus in die Innenstadt von Barcelona

Im 6 Minuten Takt verkehrt mittlerweile der Flughafenbus, der den Flughafen von Barcelona mit der Innenstadt verbindet. In einer halben Stunde legt er die Strecke zurück und hält dabei drei Mal: an der Plaça Espanya, die im Gegensatz zu anderen spanischen Städten NICHT das Stadtzentrum darstellt, an der Ecke Gran Via mit Urgell, an der Plaça Universitat und schliesslich an der Plaça Catalunya.
Der Preis für die Fahrt beträgt 5,05 Euro (ein wahrlich etwas merkwürdiger Betrag). Die Busse sind relativ neu und modern ausgestattet und bieten genug Raum für die Koffer der Fahrgäste.
Preislich kann der Bus nur unter bestimmten Bedingungen mit dem Taxi verglichen werden, das für die gleiche Strecke 20 Euro berechnen würde (das ist der Mindestbetrag für Fahrten vkm Flughafen aus) ohne dabei wesentlich schneller zu sein (ich glaube nicht, dass die Taxifahrt mehr als 5 Minuten schneller ist).
Insgesamt also ein lohnender, schneller und zuverlässiger Service, mit dem man bei der Hin- und Rückfahrt gut und gerne 30 Euro sparen kann – vorausgesetzt man fährt allein, denn bei 4 Personen liegt man mit dem Taxi gleich.

Air Berlin und das Mysterium der schwindenden Ensaimada

Obwohl die Geschichte schon ungefähr zwei Jahre zurück liegt, möchte ich sie nun doch zum Besten geben, unter anderem, weil mich die Erinnerung daran immer dann wieder überkommt, wenn ich mit ein paar Ensaimadas von Mallorca nach Barcelona fliege und dabei die Flieger von Air Berlin sehe.

Zunächst aber ein Foto für die Leser, die noch keine Ensaimada probiert haben, ein traditionelles Süssgebäck, das auf Mallorca zum Milchkaffee gegessen wird.

Eine mallorquinische Ensaimada
Eine grosse Ensaimada für die Familie

Wie schon angedeutet, ging es vor geraumer Zeit mal wieder von Mallorca, wo wir ein paar Tage der Ruhe verbracht hatten, nach Barcelona. Wir flogen in der Familienkombination zwei plus zwei mit Air Berlin (damals gab es noch die belegten Brötchen an Bord, ein guter Grund, mit AB zu fliegen), und die Kinder hatten uns gebeten, für die Schule eine grosse Ensaimada mitzubringen – die wollten sie am nächsten Tag ihren Schulkameraden nachmittags servieren. Wir bestellten also eine recht grosse Ensaimada beim Bäcker in San Lorenzo. Dort sind die Ensaimadas besonders gut, vor allem, wenn man das Glück hat, dass sie nicht zu gut durchgebacken sind, sondern noch ein klein wenig hell (so halten sie übrigens auch einen Tag länger). Die Ensaimada war so gross, dass ich vorschlug, sie am Schalter von Air Berlin aufzugeben, und da wir damals auch noch mit Koffern reisten, müssten wir ja auch nicht länger darauf warten als auf den Rest des Gepäcks. Wir gaben das Gebäck zusammen mit den Koffern auf, wie viele andere Mallorcareisende auch.

Nach der Landung in Barcelona warteten wir dann am Gepäckband auf Koffer und Ensaimada. Die Koffer kamen, die Ensaimada brauchte leider länger. Viel länger. Als sie schliesslich kam, entdeckten wir, dass der Karton an einer Seite aufgerissen war. Zunächst dachten wir, dass das Gebck einfach nur eingedrückt worden sei. Doch es sah komisch aus, und als wir durch das grosszügige Loch hereinschauten, mussten wir zu unserer Verwunderung feststellen, dass ein Teil de Ensaimada fehlte! Da hatte sich jemand selber bedient!

Wir gingen zum Informationsschalter von Air Berlin und nach längerer Wartezeit durften wir schliesslich die Geschichte erzählen. Dabei mussten wir die Ensaimada zeigen und ihr verständlich machen, was uns eigentlich störte. Und obwohl die Dame kein besonderes Interesse an der Reklamation zeigte, verwunderte und überraschte uns die Antwort der Angestellten von Air Berlin dann doch: die Fluggesellschaft übernehme keine Verantwortung für von ihr transportierten Lebensmittel, wie in kleiner Schrift auf dem Ticket beschrieben sei. Obwohl ich zu erklären versuchte, dass ein Unterschied zwischen einer zerbrochenen Flasche Wein oder einem zerquetschten Stück Käse und einer ANGEGESSENEN Ensaimada bestünde, blieb die Air Berlin Frau hart und weigerte sich, die Beschwerde anzunehmen. Weitere Schritte zu unternehmen schien uns dann doch übertrieben. Seitdem jedoch (und auch weil es keine belegten Brötchen mehr gibt) zählt Air Berlin nicht mehr zu unseren favorisierten Airlines.

Schulfest Costa i Llobera in Sarria, Barcelona

Schulfeste in Katalonien lehnen sich stark an die kulturelle Umgebung der Stadt oder des Dorfes an. So findet man auch im Schulferst der Schule Costa i Llobera, im Stadtteil Sarria von Barcelona, zahlreiche Elemente der Volkskultur: die Stelzenläufer, die im Allgemeinen die Riesen (Gegants) auf ihren Umzügen durch die Strassen der Altstadt begleiten. Die Castellers, Türmebauer, die akrobatisch menschliche Türme bauen und hier in der Schule mit zwei, maximal drei Etagen aufwarten. Die Stocktänzer. Hinzu kommen Kuchenverkäufer – die für den Klassenausflug nach Menorca sammeln und selbstgebackene Kuchen unter das Publikum bringen. Und abschliessend die Teufel, die als solche verkleidet mit zischenden Feuerwerkskörpern durchs Publikum laufen und für den typisch mediterranen Flair sorgen.
Dabei treffen sich Eltern, quatschen miteinander, schauen sich die Aufführungen der Kinder nicht an, denn die sind ja relativ langweilig, und essen anschliessend zusammen.
Und das wars, um mehr zu berichten, muss man irgendeinen Grund finden, sich für solch ein soziales Ereignis zu begeistern.

Die Festes de Sarria in Barcelona

Volksfeste haben so ihre ganz eigene Dynamik. Sie ändern ihre Grundzüge von einem Land 7und Kulturkreis zum anderen. Deutsche Volksfeste wollen sich nur schwer mit spanischen vergleichen lassen (obwohl die Grundzüge des Ausbrechens aus dem Alltag natürlich vorhanden sind, man lese anthropologische Abhandlungen darüber). Und innerhalb Spaniens gibt es dann auch wieder grosse Unterschiede.
Selbst innerhalb einer Stadt sind diese zu verzeichnen. Das grösste Fest in Barcelona ist das der Merce, das es für die ganze Stadt gedacht ist, nicht nur für einen Stadteil. Das führt zu einem sehr offiziellen Charakter, der mir persönlich missfällt. Zu viele Politiker beim Umzug und auf den Balkonen. Ich ziehe den intimen Charakter der feiern von Gracia und sarria vor, da trten Politiker in den Hintergrund und erscheinen auf einmal Personen, die man täglich sieht und plötzlich ihre ansonsten verdeckten Interessen zeigen: die Organisatoren von Schahturnieren, die Feuerteufel der Umzüge, die Erbauer menschlicher Türme. Wo der anonyme Bankangestellt zum Nachbarn wird, der das Tischtennisturnier ausrichtet.

Schachtournier Festes de Sarria, Barcelona

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Zu dem jährlichen Volksfest Festes de Sarria findet auf der Hauptstrasse immer ein kleines Schachtournier statt. Viele Teilnehmer sind es nicht – ich glaube, maximal 16 gezählt zu haben -, dafür sind sie aber um so leidenschaftlicher dabei. Es sind auch keine professionellen Spieler: die meisten kommen von hier. Aber da man sich im Laufe des Jahres kennenlernt, wird das ganze eher zu einem angenehmen Familientreffen. Teilnehmen kann übrigens jeder, die Regeln sollte man aber schon kennen.

Das Casa Orlandai in Sarrià, Barcelona

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Das Casa Orlandai ist ein Haus der Vereine im Stadtviertel Sarrià. Hier treffen sich lokale Vereine, die groesstenteils ökologisch ausgerichtet sind, aber auch mit kulturellem Schwerpunkt. Dazu gehört ein Leserzirkel in englische Sprache und ein Speilclub in deutscher Sprache. An den „Spielsamstagen“ treffen sich Kinder mit deutschsprachigem Hintergrund entweder in einem der Vereinsräume oder auf der Terrasse des Casa Orlandai und spielen in deutscher Sprache, unter Anleitung einer der Eltern. Die anderen Plaudern währenddessen im Café.

Das Museu Monestir de Pedralbes in Sarria.Barcelona

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Abgeschieden in Sarria, im bergnahen Teil von Pedralbes, befindet sich das Museu Monestir de Pedralbes. Es handel sich dabei um ein ehemaliges Klarissenkloster mit angeschlossener Kirche, das weiterhin als Kloster funktioniert, aber auch als den städtischen Museen zugeordnetes Museum. Im Museumsteil sind beachtenswerte Schreine und Gemälde aus den Jahunderten zwischen 1400 und 1900 zu sehen.
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Das Kloster kann man bequem mit der U-Bahn bis nach „Reina Elisenda“ erreichen oder mit dem Doppeldeckerbus Bus Turistic von der Plaça Catalunya aus.
Für Kinder gibt es zumindest auf Katalanisch hilfreiche Veröffentlichungen zur Geschichte des Gebäudeensembles.